
   
Die Entdeckungen des Alexander Kern
Alexander Kern blickt verträumt aus dem Fenster seiner Studentenbude. Entspannt sieht er dem Sommertag eines ebensolchen Semesters entgegen. Er ist bester Laune. Noch. Denn bisher weiß er nicht, daß er als Titelfigur im Debütroman Andreas Molaus Die Entdeckungen des Alexander Kern die Zerrissenheit seiner Zeit hautnah erfahren wird.
Der junge Student wird in den turbulenten Jahren kurz vor der Wiedervereinigung zum Brennpunkt zweier politischer Systeme, zweier Generationen, zweier Zeitalter. Seine Bekanntschaft mit Kathrin aus der DDR verdeutlicht ihm, dem Wessi, zwar die eklatanten Unterschiede zwischen Ost und West, aber ihre Liebe beweist, daß zusammenwachsen kann, was zusammen gehört. Doch da gibt es ja auch noch seine Kommilitonin Gudrun, seine Seelenverwandte, und das Geschichtsprojekt seines Professors Theo Wellmann führt Alexander nach Berlin in die Arme der rätselvollen Archivarin Hanna. Hin und her gerissen zwischen drei Frauen stößt Alexander bei seiner Arbeit mit den alten Akten, die er zu der Ausstellung über die Wehrmacht heranziehen soll, auf Ungereimtheiten, beginnt zu fragen und zu zweifeln. Schließlich entsteht ihm das Bild des Schicksals seiner eigenen Familie, über das der Vater so beharrlich schweigen möchte, und er kommt den unlauteren Machenschaften des sauberen Wellmanns auf die Schliche.
Welches dunkle Geheimnis spinnt sich um diese selbsternannte moralische Instanz, den Kläger, Zeugen und Richter in einer Person?
In einem zweiten Handlungsstrang führt Molau den Leser in das ordnungslose Jahr 1968, als linke Studenten sich zu Revolutionären stilisieren, weil sie sich, von antifaschistischem Pathos beseelt, gegen anachronistische Machtgefüge in den Institutionen lehnen. Ho Chi Minh, Che Guevara, Marx, Clara Zetkin heißen ihre Helden. Ihr Pseudosozialismus beschränkt sich auf die Vision von freier Liebe, die den, der zwei Mal mit derselben pennt, zum Establishment zählt. Der studentische Strudel zieht manchen Ordinarius in den Hochschul-Orkus und spült gleichzeitig wetterwendische Opportunisten wie den denunziantischen Dozenten Wellmann nach oben. Er wird es sein, gegen den sein späterer Student Alexander Kern charakterliche Anfechtungen formuliert. Wellmanns Liaison mit der Unternehmertochter Helga Rothaupt läßt ihn von einer machtvollen Position in einer kapitalistischen, profitorientierten Welt des schönen Scheins träumen, die zusehends geschäftiges Interesse daran findet, das menschliche Leben auf sein bloßes Dasein, im wahrsten Sinne des Wortes, zu degradieren und zu banalisieren.
An der Ohnmacht, diesen Zustand nicht ändern zu können, zerbricht der alte Rothaupt. Geschickt führt Molau beide Zeitebenen, die Geschehnisse der Jahre 1968, 1988/89, in einem überraschenden, ereignisreichen Finale zusammen. Auf 320 Seiten notiert er die Fieberkurve der Nachkriegsjahrzehnte und erweist sich hierbei als feiner Seismograph, die leisesten Erschütterungen dieser Zeit und des Gemütes ihrer Menschen verzeichnend, gerade an diesen wichtigen Wendepunkten der deutschen Geschichte, die beide bedingt durch die Stunde Null sind. Trotz der geringen Anzahl der Figuren gelingt es ihm, viel mehr als eine einfache Milieustudie zu liefern. Er verläßt den Campus, um sich in der Welt der einfachen Leute auf Spurensuche zu begeben. Hier findet er verhinderte Existenzen, die sich in ihrer Befangenheit und Verständnislosigkeit gleichen, die ihrer Kontrollfähigkeit und ihres Urteilsvermögens verlustig gegangen sind, in ungeklärten Machtverhältnissen leben und dabei jede Gelegenheit verstreichen lassen haben, ihre Zeit zu beeinflussen, befangen in der verneinenden Vorstellung: Ich kann ja doch nichts ändern.
Doch Andreas Molau steht nicht mit erhobenem Zeigefinger vor seinen Lesern, er stellt den unausweichlichen Nachklang historischer Ereignisse fest, ohne sie zu werten. Vielleicht möchte er lediglich auf die Verantwortung verweisen, die aus der Geschichte erwächst, der eigenen Herkunft und Zukunft gegenüber. Schon allein dadurch zeichnet sich sein Erstlingswerk Die Entdeckungen des Alexander Kern als frecher, frischer Roman aus, fernab der Kriterien, Vorgaben und Vorstellungen umerziehungsgerechter Volkspädagogen.
Alfred Rosenberg: Der Ideologe des Nationalsozialismus
Erstmals wird das Leben, Denken und Wirken des NS-Chefideologen, der mit seinem Hauptwerk "Der Mythos des 20. Jahrhunderts" die nationalsozialistische Weltanschauung entscheidend geprägt hat, von seinem frühen Eintritt in die NSDAP 1919 über seine Tätigkeit als Hauptschriftleiter des Völkischen Beobachters, als Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP und als Minister für die besetzten Ostgebiete bis zu seinem Todesurteil in Nürnberg 1946 umfassend dargestellt.
Dr. Goebbels - eine Biographie (Pseudonym: Thomas Altstedt)
Joseph Goebbels gehörte zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Führung des Dritten Reiches, ohne dessen Wirken entscheidende Richtungen der Entwicklung des Nationalsozialismus nicht erklärbar wären. Er war der Magier der Massen. Als Gauleiter von Berlin eroberte er in harter Auseinandersetzung mit Kommunisten und Sozialdemokraten die Stadt für die Nationalsozialisten. Sein messerscharfer Verstand, sein ausgeprägter Machtinstinkt und seine überragende Rednerbegabung führten ihn an die Spitze des Dritten Reiches. Als Virtuose des Wortes lenkte Goebbels die Presse, den Rundfunk und den Film. Später organisierte er ab 1944 für Adolf Hitler den "totalen Krieg". Als das Dritte Reich im Inferno des Weltkrieges unterging, folgte er seinem Führer mit der ganzen Familie in den Tod. In der ausführlichen Einleitung zu diesem Bildband versucht der Autor in die Psyche des Menschen Goebbels einzudringen und eine Beurteilung der Persönlichkeit dieses Machtmenschen zu geben. Mit dieser kleinen Charakterstudie wird dem Leser ein eigener Schlüssel zur Beurteilung der Persönlichkeit von Joseph Goebbels in die Hand gegeben. Wort und Bild sollen die Frage beantworten helfen: "Wer war Goebbels?" Eines scheint klar: Goebbels war ein Machtmensch, der alles zur Durchsetzung seiner Ideale tat. Er war überdies ein Magier des Wortes und konnte auf einen scharfen Intellekt zurückgreifen. Goebbels fühlte sich als Revolutionär, der seinen Idealen bis zum bitteren Ende treu blieb.
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